Krankenversicherung / Kindertagespflege

 

Familienversicherte Tagespflegepersonen können in der Familienversicherung bleiben, solange ihr Gesamteinkommen (alle Einkünfte nach dem Einkommensteuergesetz) monatlich eine bestimmte Grenze (derzeit 425.- € bzw. im Minijob 450.- €) nicht übersteigt. Da Tagespflegepersonen gemäß § 10 SGB V grundsätzlich als nicht hauptberuflich selbstständig eingestuft werden, wenn sie nicht mehr als fünf gleichzeitig anwesende fremde Kinder in Kindertagespflege betreuen, kommt es auf den zeitlichen Umfang und die wirtschaftliche Bedeutung der Tätigkeit nicht an.

 

Für freiwillig gesetzlich versicherte Tagespflegepersonen gilt aufgrund der Einstufung als nicht hauptberuflich selbstständige Tätigkeit (§§ 10, 240 SGB V) die niedrigste Mindestbemessungsgrundlage (derzeit 991,67 € monatlich). Ist ihr Einkommen geringer, erfolgt die Beitragsberechnung i. d. R. auf dieser Grundlage. Ausnahmen bestehen z. B., wenn der Ehegatte nicht ebenfalls gesetzlich versichert ist.
Liegt das Einkommen der Tagespflegeperson über der Mindestbemessungsgrundlage, ist das tatsächliche Einkommen maßgebend. Der Nachweis erfolgt über die Vorlage des Einkommensteuerbescheids. 
Grundlage der Beitragsbemessung freiwilliger Mitglieder ist deren wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Weitere Einkünfte (z. B. aus anderen Tätigkeiten, Miet- oder Pachteinnahmen etc.) können daher die Beiträge zur Krankenversicherung u. U. erhöhen.

Der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung liegt bei 14 % (ermäßigter Beitragssatz)  ggf. zzgl. eines einkommensabhängigen Zusatzbeitrags (die Höhe ist unterschiedlich, je nach Krankenkasse), der Beitragssatz zur gesetzlichen Pflegeversicherung bei 2,55 % bzw. bei Kinderlosen im Alter über 23 bei 2,8 %.

 

Beiträge zu einer angemessenen Kranken- und Pflegeversicherung werden im Rahmen der laufenden Geldleistung gemäß § 23 Abs. 2 Nr. 4 SGB VIII vom Jugendhilfeträger hälftig erstattet. Als angemessen werden im allgemeinen Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung angesehen, soweit sie auf öffentlich geförderter Kindertagespflege beruhen. Steht die gesetzliche Krankenversicherung nicht zur Verfügung, dürften Beiträge zur privaten Krankenversicherung in der Höhe, in der sie  für eine Basisversicherung (vergleichbar mit der  gesetzlichen Krankenversicherung) entstehen, als angemessen anzusehen sein.